Friedrich Jacobis „Entwurf eines deutschen Volksschul-Gesetzes mit vollständigem Lehr- und Erziehungsplan“ von 1849
摘要
Friedrich Jacobis Einbringung in den Diskurs um Nationalerziehung ist hinsichtlich dessen Profession als Lehrerseminarleiter wiederum aus einem nochmals anderen Blickwinkel zu betrachten als die letzten in dieser Reihe vor ihm. Die Zeit des hier untersuchten Werkes fällt mitten in die demokratische Paulskirchenrevolution und in eine Phase der Ausgestaltung eines neuen deutschen Staats- und Rechtssystems. Jacobi arbeitete hierfür seine Ideen, wie nationaler Unterricht künftig zu erteilen war, in seinem hier untersuchten Entwurf aus. Der Pädagoge schenkte der Volksschule als Schulform einfacher und sozial benachteiligter Schülerinnen und Schüler besondere Beachtung. Dabei kann der Ansatz Jacobis wohl als der „sozialste“ unter denen zur Nationalerziehung verstanden werden. Besonders interessant ist in diesem Zusammenhang, dass der Sprung von Theorie zu Praxis bei dem Autor so greifbar nah war wie nie zuvor. Hätte sein Entwurf Anwendung gefunden, wären weit vor den Weimarer Schulreformen erhebliche Verbesserungen hinsichtlich ihrer Bildungs- und Teilhabechancen eingetreten. Wie der Lehrerausbilder versuchte, die gerade erst definierten demokratischen Grundrechte in Schulen umzusetzen und welches Verständnis von Nationalstaat nach dem politischen Umsturz dort vermittelt werden sollte, wird in dieser Untersuchung näher betrachtet.