Thematische Hinführung und Aufbau der Arbeit
摘要
„Einsprachigkeit ist heilbar“. So hieß es mit aktivistisch provokantem Duktus aus Richtung einer europäischen Mehrsprachigkeitsforschung noch am Ende der 1990er Jahre (Nelde und Ammon 1997) im Titel einer Ausgabe der einschlägigen soziolinguistischen Zeitschrift Sociolinguistica. Auch wenn es heute sowohl aus Richtung einer individuellen als auch einer gesellschaftlichen Mehrsprachigkeitsforschung (Androutsopoulos 2018) als erwiesen gilt, dass Mehrsprachigkeit den ‚gesunden‘ Normalfall in pluralistischen Gesellschaften darstellt, ist doch ein radikales Umdenken, ein Umschlagpunkt im Sinne einer Auflösung von Einsprachigkeit als institutionalisierter Normalitätsvorstellung nach wie vor kaum ersichtlich. Vielmehr zeichnet sich mit Blick auf Schule aktuell eine Situation ab, die in einem jüngst veröffentlichten Sammelband unter den Begriffen „Wandel“ und „Stagnation“ thematisiert wird (Fuhrmann und Akbaba 2022a).