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Zucker essen, Zucker werden: beides oder keines von beidem?

  • Ayon Maharaj,
  • Ibrahim Koçyiğit

摘要

Dieses Kapitel untersucht die Wechselbeziehung zwischen religiösem Pluralismus und Eschatologie im Denken John Hicks und bringt ihn in einen Dialog mit dem im 19. Jahrhundert lebenden Hindu-Mystiker Sri Ramakrishna. Gemäß Hicks ausgereifter Position sind verschiedene Weltreligionen gleichermaßen in der Lage, zur Erlösung zu führen, da alle verschiedenen religiösen Vorstellungen der letzten Wirklichkeit kulturell bedingt unterschiedliche Arten sind, ein und dasselbe unerkennbare ‚Reale an sich‘ zu begreifen. Der zeitgenössische christliche Theologe Mark Heim argumentiert überzeugend, dass Hicks Theorie des religiösen Pluralismus weniger pluralistisch ist, als es den Anschein hat, da Hick den endgültigen postmortalen Zustand der Erlösung in vagen und monolithischen Begriffen konzipiert und damit die Vielfalt der von den Weltreligionen gelehrten spezifischen religiösen Erfüllungen nicht würdigt. Aufbauend auf Heims Kritik an Hick argumentiere ich, dass Ramakrishnas erfahrungsbasierte Theorie des religiösen Pluralismus bedeutende philosophische Vorteile gegenüber Hicks Theorie hat, da Ramakrishna die gleiche Realität und den gleichen Wert sowohl theistischer als auch nicht-theistischer Formen der Erlösung anerkennt. Nach Ramakrishnas umfassender Eschatologie entscheiden sich einige Seelen dafür, „Zucker zu essen“, indem sie in ewiger, liebender Gemeinschaft mit dem persönlichen Gott verbleiben, während andere Seelen es vorziehen, „Zucker zu werden“, indem sie ihre Individualität mit dem unpersönlichen Absoluten verschmelzen.