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Komparative Theologie zwischen Anspruch und Umsetzung

  • Şenol Yağdı

摘要

Der interreligiöse Dialog hat in letzter Zeit sowohl national als auch international an Bedeutung gewonnen, da in unserer säkularen, aber doch religiös pluralen Gesellschaft das friedvolle Miteinander von Menschen mit unterschiedlichen religiösen Überzeugungen und Weltanschauungen einen immer höheren Stellenwert bekommt. Insbesondere trifft dies auf die heterogen gewordenen Schulklassen und den konfessionellen Religionsunterricht in Einwanderungsgesellschaften zu. Die heute vorherrschende religiöse Vielfalt fordert die Theolog*innen heraus, eine angemessene interreligiöse Hermeneutik zu etablieren. Aus dieser Notwendigkeit heraus bringt die Komparative Theologie einen – innerhalb seiner Grenzen – fruchtbaren Ansatz in den Diskurs ein. Das Ziel der Komparativen Theologie ist es, sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede zwischen verschiedenen religiösen Überzeugungen und Praktiken aufzuspüren und der Frage nachzugehen, was Religion als solche ist und wie man die Verschiedenheit religiöser Ansichten erklären und einander zuordnen kann. Mit Blick auf die religiöse Pluralität findet der Zugang ausschließlich multiperspektivisch statt. Es geht dem Konzept der Komparativen Theologie jedoch nicht nur um das Aufdecken von Gemeinsamkeiten und Unterschieden, sondern auch das tiefere Verständnis des eigenen Glaubens ist Gegenstand des Diskurses. Als drittes – inhärentes – Ziel ist die möglichst vorurteilsfreie und unbefangene Begegnung mit anderen Religionen und der auf Augenhöhe mit deren authentischen Vertreter*innen stattfindende Dialog zu nennen. Im pluralen Schulkontext unserer heutigen Gesellschaft kann die Komparative Theologie für die praxisorientierte interreligiöse Bildung vielversprechende Aussichten bieten, auch wenn sie von Kritik nicht verschont ist.