Pflegekammern – ethisches Mandat auf der politischen Ebene
摘要
Der dritte Argumentationsstrang nimmt die politische Ebene des ethischen Mandats in den Blick. Zwei Hauptargumente begründen die Errichtung einer Pflegekammer: Für die Berufsgruppe steht die professionelle Selbstverwaltung in Abkehr von der Fremdbestimmtheit im Mittelpunkt; die Länder versprechen sich eine Erhöhung der pflegerischen Versorgungssicherheit der Bevölkerung. Gegründet zur Erfüllung staatlich normierter Aufgaben und situiert im Staatsgefüge agieren Kammern politisch. Die Organisation der gesamten Berufsgruppe in einer Institution ermöglicht das effektive Einfordern, Vorantreiben, Aus- und Mitgestalten von Gesetzen und Normen. Der Professionsbaustein Ethik sichert den gesellschaftlichen Zentralwert Gesundheitsversorgung. Die professionelle Ethik ruht auf historisch gewachsenen Wertegerüsten der Pflege. Sie kontextualisieren berufsspezifische Entwicklungen und beeinflussen nach wie vor politische Initiativen. Die Versorgungssicherheit als Kernkonzept der Daseinsberechtigung von Pflegekammern verdeutlicht die Gemeinwohlorientierung des Heilberufs Pflege. Neue politische und gesetzgeberische Entwicklungen treiben die Professionalisierung voran, hierzu gehören insbesondere die dem Heilberuf Pflege vorbehaltenen Tätigkeiten und die Freiheit vor Fremdkontrolle als originäres Kammerelement. Diesem Auftrag und Anspruch gegenüber steht die psychisch, physisch und moralisch belastende Realität im Berufsalltag. Das dritte prospektive Pipeline Logic Model konturiert das ethische Mandat von Pflegekammern auf politischer Ebene. Es präzisiert die interagierende Verantwortung für die Gesundheit von Pflegefachpersonen und für den gesellschaftlichen Zentralwert der pflegerischen Versorgungssicherheit. Beide Anforderungen muss die Programmtheorie des ethischen Mandates der Pflegekammer aufnehmen.