Recht und Ordnung im Gorkhā-Staat
摘要
Im historiografischen Narrativ der Rāṣṭrīya Itihās herrschte über Jahrzehnte der Konsens, die Zeit der Rāṇā-Dynastie zwischen 1846 und 1950 sei eine „dunkle Episode“ despotischer Willkürherrschaft illegitimer Usurpatoren. Erst ab den späten 1970er und vermehrt schließlich ab den 1980er Jahren wurden in den Geschichtswissenschaften vereinzelt Versuche unternommen, sich differenzierter und weniger wertend mit dieser Zeit auseinanderzusetzen. Dennoch beschränkten sich der Großteil der Publikationen auf Herrscherbiografien, eine deskriptive Ereignisgeschichte oder Themen wie Außen- und Innenpolitik, Verwaltung, Militär, Wirtschaft und Gesellschaft. In den folgenden Kapiteln steht daher die Frage im Fokus, ob sich die Rāṇā-Familie nach ihrer Machtübernahme auch einige Ideen und Praktiken der britischen Zivilisierungsmission aneigneten und für den eignen Machterhalt und -ausbau einsetzten.