In ihrem Beitrag fokussiert sich die Autorin auf die Produktion von (post-)kolonialem Sozialraum in fiktionaler Literatur. Dabei verbindet sie soziologische Raumkonzepte mit literaturtheoretischen und postkolonialen Ansätzen. Ausgehend von Henri Lefebvres Verständnis von sozialem Raum als Triade von Raumrepräsentationen, Raumpraktiken und Repräsentationsräumen in „La production de l’espace“ (1974) argumentiert sie: Fiktionale Literatur prägt unsere lebensweltlichen Produktionen von Raum mit, indem sie in Kooperation mit Leser:innen Räume zeitigt, die zwar fiktional, jedoch nicht von sozialen Lebenswelten losgelöst sind. Postkoloniale literarische Texte wie „Monstro“ verfolgen häufig den korrektiven Anspruch, gegen ein koloniales Zentrum anzuschreiben („writing back“) oder die Geschichte der eigenen Gemeinschaft neu zu schreiben („rewriting“). Dabei legen sie die Verquickung von Raum und Machtkonstellationen offen, etwa indem sie beispielsweise Raummodelle schaffen oder bestehende überzeichnen. Der Beitrag verdeutlicht an „Monstro“, wie sich Lefebvres Raummodell zur Analyse von Raumproduktion in literarischen Texten einsetzen lässt, vorausgesetzt man ergänzt es um kolonialismuskritische sowie literaturtheoretische Perspektiven. Im Vordergrund steht daher einerseits die Produktion der Antilleninsel Hispaniola als lebensweltlicher und fiktionaler (Sozial-)Raum in „Monstro“ sowie andererseits die Adaptation von Lefebvres Raummodell für postkoloniale Fiktion.

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Raumproduktion und Macht. Hispaniola als Sozialraum in der Kurzgeschichte „Monstro“ von Junot Díaz

  • Anne Brüske

摘要

In ihrem Beitrag fokussiert sich die Autorin auf die Produktion von (post-)kolonialem Sozialraum in fiktionaler Literatur. Dabei verbindet sie soziologische Raumkonzepte mit literaturtheoretischen und postkolonialen Ansätzen. Ausgehend von Henri Lefebvres Verständnis von sozialem Raum als Triade von Raumrepräsentationen, Raumpraktiken und Repräsentationsräumen in „La production de l’espace“ (1974) argumentiert sie: Fiktionale Literatur prägt unsere lebensweltlichen Produktionen von Raum mit, indem sie in Kooperation mit Leser:innen Räume zeitigt, die zwar fiktional, jedoch nicht von sozialen Lebenswelten losgelöst sind. Postkoloniale literarische Texte wie „Monstro“ verfolgen häufig den korrektiven Anspruch, gegen ein koloniales Zentrum anzuschreiben („writing back“) oder die Geschichte der eigenen Gemeinschaft neu zu schreiben („rewriting“). Dabei legen sie die Verquickung von Raum und Machtkonstellationen offen, etwa indem sie beispielsweise Raummodelle schaffen oder bestehende überzeichnen. Der Beitrag verdeutlicht an „Monstro“, wie sich Lefebvres Raummodell zur Analyse von Raumproduktion in literarischen Texten einsetzen lässt, vorausgesetzt man ergänzt es um kolonialismuskritische sowie literaturtheoretische Perspektiven. Im Vordergrund steht daher einerseits die Produktion der Antilleninsel Hispaniola als lebensweltlicher und fiktionaler (Sozial-)Raum in „Monstro“ sowie andererseits die Adaptation von Lefebvres Raummodell für postkoloniale Fiktion.