Angelehnt an Richard Sennetts Band „Die offene Stadt. Eine Ethik des Bauens und Bewohnens“ (Sennett R (2019) Die offene Stadt. Eine Ethik des Bauens und Bewohnens. Sonderausgabe. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn.) befasst sich dieser Beitrag mit Dynamiken des Öffnens und Schließens im Kontext städtischer Räume. Über die Bezeichnungen ville und cité führt Sennett in zwei wesentliche Dimensionen des Stadtmachens und -analysierens ein: die gelebte und die geplante Stadt – zwei Seiten einer Medaille, die nicht voneinander zu trennen sind, in Theorie und Praxis aber oft auseinanderlaufen. Exemplarisch geht es Simone Egger um das Phänomen kultureller Zwischennutzungen in München. Anhand dieser Praxis ließen sich in den letzten Jahren mehrfach Entwicklungen nachvollziehen, die in der spätmodernen Stadt zur Schließung und Segregation der Gesellschaft beitragen, obwohl das Narrativ „der offenen Stadt“ allgegenwärtig zu sein scheint. Z-Common Ground, Sugar Mountain, Kunstlabor 2, Love Craft: Diese Namen stehen für prominente Initiativen, die seit 2018 auf diesem Gebiet in München stattgefunden haben und teilweise noch betrieben werden. Immobilien, die für eine temporäre Bespielung genutzt werden, sind oft Objekte, die mittels Street Art authentische Urbanität versprechen, ein Versprechen, das sie als Orte des Konsums und der Ökonomisierung von Kunst und Kreativität aber meist nicht halten. Der Beitrag will die Komplexität urbaner Landschaften, ihrer Dynamiken und Sedimente als ganzheitlich zu verstehende Herausforderung für eine relationale Analyse physischer Räume und sozialer Figurationen in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft thematisieren.

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Raumpolitiken. Kulturelle Zwischennutzungen in München und die Schließung der offenen Stadt

  • Simone Egger

摘要

Angelehnt an Richard Sennetts Band „Die offene Stadt. Eine Ethik des Bauens und Bewohnens“ (Sennett R (2019) Die offene Stadt. Eine Ethik des Bauens und Bewohnens. Sonderausgabe. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn.) befasst sich dieser Beitrag mit Dynamiken des Öffnens und Schließens im Kontext städtischer Räume. Über die Bezeichnungen ville und cité führt Sennett in zwei wesentliche Dimensionen des Stadtmachens und -analysierens ein: die gelebte und die geplante Stadt – zwei Seiten einer Medaille, die nicht voneinander zu trennen sind, in Theorie und Praxis aber oft auseinanderlaufen. Exemplarisch geht es Simone Egger um das Phänomen kultureller Zwischennutzungen in München. Anhand dieser Praxis ließen sich in den letzten Jahren mehrfach Entwicklungen nachvollziehen, die in der spätmodernen Stadt zur Schließung und Segregation der Gesellschaft beitragen, obwohl das Narrativ „der offenen Stadt“ allgegenwärtig zu sein scheint. Z-Common Ground, Sugar Mountain, Kunstlabor 2, Love Craft: Diese Namen stehen für prominente Initiativen, die seit 2018 auf diesem Gebiet in München stattgefunden haben und teilweise noch betrieben werden. Immobilien, die für eine temporäre Bespielung genutzt werden, sind oft Objekte, die mittels Street Art authentische Urbanität versprechen, ein Versprechen, das sie als Orte des Konsums und der Ökonomisierung von Kunst und Kreativität aber meist nicht halten. Der Beitrag will die Komplexität urbaner Landschaften, ihrer Dynamiken und Sedimente als ganzheitlich zu verstehende Herausforderung für eine relationale Analyse physischer Räume und sozialer Figurationen in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft thematisieren.