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Schluss: Die Geburt als kulturpraktisches Spannungsfeld

  • Gianna Behrendt

摘要

Die Originalität  des vorliegenden Beitrags zum weitläufigen Forschungsfeld der gesellschaftlichen Naturverhältnisse besteht darin, dass er die natürliche Geburt als einen paradigmatischen Fall spätmoderner Beziehungsideen der Natur gegenüber verhandelt. Die Frage, welche normativen Entwürfe von Natur und Natürlichkeit im Diskurs um Schwangerschaft und Geburt vorherrschen, hat die ideologiekritische Absicht, sie als lebensweltliche Ausdrücke an ihren eigenen Idealen zu messen. Diese Ausdrücke entpuppen sich als inhaltlich unterbestimmt und volatil, zugleich aber stark normativ wirksam, durch Transzendenz legitimiert und subjektiv integriert. Das Konzept der natürlichen Geburt verspricht eine Befreiung von schulmedizinischen Zugriffen, wird aber selbst zu einer deterministischen Normierung, die machtdurchdrungen und autonomiefeindlich ist. Dieses Problem hängt mit der Art und Weise zusammen, wie Natur und Natürlichkeit in der Gegenwart begriffen werden und welche Beziehung zur Natur idealisiert wird. Deshalb wird hier für die Überlegung plädiert, den traditionell problematischen Naturbegriff durch den Sachverhalt des Unverfügbaren zu ersetzen.