Analytischer Theorierahmen: Ambivalente Weltbeziehungen
摘要
Ausgangspunkt der vorliegenden Untersuchung ist die Feststellung, dass selbstzweckhafte, beziehungsorientierte Natur- und Natürlichkeitsbegriffe nicht nur sprachlich, sondern geradezu vorreflexiv plausibel und damit im subjektiven Empfinden wirksam bleiben, obgleich sie rational nicht zu rechtfertigen sind. Um jenen Artikulationen auf den Grund zu gehen, die bestimmte Erfahrungen als Naturerfahrungen qualifizieren – wie im Falle der natürlichen Geburt – ist es also nicht zureichend, die (subjektiv gleichwohl empfundene) Natur erkenntniskritisch zu dekonstruieren. Motiviert durch die Frage, in welchem Zusammenhang die widerständige Wirksamkeit der empfundenen Natur möglicherweise mit den entsprechenden Beziehungsidealen steht, wird die lebensweltliche Wirklichkeit der natürlichen Geburt im Sinne einer immanenten Kritik am Ideal der resonanten Naturbeziehung gemessen. Im folgenden Kapitel werden die gewählte Theorieperspektive begründet, einige zentrale, analytisch-konzeptuelle Begriffsbestimmungen vorgenommen und das Modell einer immanenten Kritik vorgestellt. Die Anbindung an einen breiten kritischen Diskurs hebt die gesellschaftspolitische Bedeutsamkeit des empirischen Untersuchungsgegenstandes hervor.