Das „kooperative Führungssystem“ (KFS) von Altmann und Berndt (1982), das Polizeiliche Führungsmodell von Thielmann und Weibler (2014) sowie das soziologisch informierte Führungsverständnis (SIF) nach Barthel und Heidemann (2017) prägen die polizeiliche Führungslehre in Deutschland und adressieren jeweils auch die Idee einer Führungsteilung, ohne jedoch dieses Thema systematisch zu behandeln. In unserem Beitrag befassen wir uns mit der Frage, inwieweit Führungsteilung in den Konzepten der polizeilichen Führung eingebettet ist und in welchem Maße die Elemente der Führungsteilung in der praktischen Polizeiarbeit anzutreffen sind. Dafür arbeiten wir die theoretischen Grundlagen der Führungsteilung heraus und thematisieren dabei den Unterschied zwischen der interpersonellen Führungsteilung in der Gruppe (geteilte Führung) und weiteren, auch a-personalen organisationalen Führungsinstanzen und -strukturen (verteilte Führung). Darüber hinaus gehen wir auf neuere prozessorientierte Ansätze der Führungsteilung ein, die diese als etablierte Praktiken von Führung begreifen und zugleich auf das Partizipationspotenzial von Führungsteilung verweisen (u. a. Spillane, 2006; Raelin, 2014, 2020). Im praxisbezogenen Teil unserer Analyse diskutieren wir die vorliegenden Konzepte der polizeilichen Führung in Verbindung mit der geteilten und der verteilten Führung und zeigen existierende Praktiken der Führungsteilung in der Polizeiarbeit auf und verweisen auf Grenzen einer Führungsteilung im polizeilichen Führungsalltag.

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Führungsteilung in der Polizeiarbeit

  • Irma Rybnikova,
  • Miriam Halver,
  • Rainhart Lang

摘要

Das „kooperative Führungssystem“ (KFS) von Altmann und Berndt (1982), das Polizeiliche Führungsmodell von Thielmann und Weibler (2014) sowie das soziologisch informierte Führungsverständnis (SIF) nach Barthel und Heidemann (2017) prägen die polizeiliche Führungslehre in Deutschland und adressieren jeweils auch die Idee einer Führungsteilung, ohne jedoch dieses Thema systematisch zu behandeln. In unserem Beitrag befassen wir uns mit der Frage, inwieweit Führungsteilung in den Konzepten der polizeilichen Führung eingebettet ist und in welchem Maße die Elemente der Führungsteilung in der praktischen Polizeiarbeit anzutreffen sind. Dafür arbeiten wir die theoretischen Grundlagen der Führungsteilung heraus und thematisieren dabei den Unterschied zwischen der interpersonellen Führungsteilung in der Gruppe (geteilte Führung) und weiteren, auch a-personalen organisationalen Führungsinstanzen und -strukturen (verteilte Führung). Darüber hinaus gehen wir auf neuere prozessorientierte Ansätze der Führungsteilung ein, die diese als etablierte Praktiken von Führung begreifen und zugleich auf das Partizipationspotenzial von Führungsteilung verweisen (u. a. Spillane, 2006; Raelin, 2014, 2020). Im praxisbezogenen Teil unserer Analyse diskutieren wir die vorliegenden Konzepte der polizeilichen Führung in Verbindung mit der geteilten und der verteilten Führung und zeigen existierende Praktiken der Führungsteilung in der Polizeiarbeit auf und verweisen auf Grenzen einer Führungsteilung im polizeilichen Führungsalltag.