Bildfragen
摘要
Die pragmatischen Zusammenhänge, in denen das Gesicht tagtäglich in Erscheinung tritt, sind so mannigfaltig, dass sich jede theoretische Auseinandersetzung zunächst einer kaum beherrschbaren transmedialen Komplexität gegenübersieht. Um vor dieser unübersichtlichen Situation bei der Erforschung des Gesichts nicht die Flinte ins Korn zu werfen oder allzu leichtfertige Pauschalurteile zu formulieren, bedarf es, so bekannt die Forderung auch ist, fundierter Detailanalysen, die den historischen Kontext des Gesichts in den Fokus der Untersuchung rücken. Vorab sei angekündigt, dass schon der Blick auf die Ausdifferenzierung der (Film-)Genres und ihr damit spezifischer Umgang mit dem Gesicht einer allgemein verbindlichen Beurteilung innerhalb des Mediums enge Grenzen setzt. Das Gesicht des Kulturfilms unterscheidet sich selbst im „Dritten Reich“ nachhaltig von seinem Pendant im Spielfilm. Berücksichtigt man die politische Situation, den Stand der Filmtechnik, Wahrnehmungsgewohnheiten usw., scheinen sich unüberbrückbare Hürden für eine Untersuchung des Gesichts aufzutun. Aus diesem Grund soll am Ende dieses Buches anhand von Filmen des „Dritten Reiches“ eine konzentrierte Analyse des Gesichts stehen; bei der Untersuchung einer historischen Genealogie des Gesichts als Bild dürfen dabei die wesentlichen Hauptelemente, welche die Strukturbildung des Gesichts beeinflussen und zu ihrem Paradigma erheben, nicht ausgespart werden. Dabei können nur einige Markierungspunkte skizziert werden. Das intermediale Beziehungsgeflecht aus Malerei/Theater/Fotografie und Skulptur sowie die parallelen Ausprägungen der Industrialisierung und der Großstadtwahrnehmung bleiben für das Gesicht im Film und dessen Normalisierung nicht folgenlos.