错误:搜索内容不能为空,请输入英文关键词
错误:关键词超出字数限制,请精简
高级检索

Die Digitalisierung als Kontinuitätserzählung. Wilhelm von Humboldt, Bildung und die Legitimation der Digitalisierung

  • Jakob Erichsen

摘要

Der Beitrag analysiert, vor dem Hintergrund neoinstitutionalistischer Annahmen zur Legitimationsbedürftigkeit sozialer Prozesse und Reformen, die gesellschaftliche Debatte über die Digitalisierung der Schulen. Er arbeitet heraus, inwiefern Bezüge auf Humboldt eine Legitimationsquelle in der Diskussion darstellen. Es wird gezeigt, dass Bildungsideale nach Humboldt auf vielfältige Weisen unterschiedlichen Akteuren als Begründung für ihre Reformvorschläge bzw. Bewertungen dienen. Darüber hinaus zeigt der Beitrag, dass Zukunftsvorstellungen und – narrative eine wichtige Legitimationsquelle für Digitalisierungsvorhaben sind. Akteure, die ein spezifisches Vorhaben umsetzen möchten, müssen dieses bereits vor der eigentlichen Umsetzung narrativ mit normativ positiv bewerteten zukünftigen Zuständen verbinden und diese Zukunft mit in der Gegenwart zu treffenden Entscheidungen verknüpfen. Dabei zeigt sich, dass das humboldtsche Bildungsideal eine wichtige Zielbeschreibung darstellt. Indem lang etablierte Ideale (Bildung, Mündigkeit, Chancengleichheit) als Ziel konzipiert werden, wird die Digitalisierung über eine Kontinuitätserzählung legitimiert. In diesem Narrativ dienen die tiefgreifenden Veränderungen dazu, lang angestrebten Ideale endlich zu verwirklichen oder in die Zukunft zu überführen. Die Diskontinuität auf Ebene der Praktiken wird somit durch Kontinuitätserzählungen auf Ebene der angestrebten Ziele legitimiert. Auf diese Weise wird das potenziell konfliktträchtige Verhältnis von Kontinuität und Diskontinuität befriedet.