„Weil wir das halt schon können und die Lehrer nicht so“. Anerkennungs- und bildungstheoretische Potenziale im Kontext schülerischer Subjektivation unter Bedingungen von Digitalität
摘要
Angesichts einer fundamentalen Durchdrungenheit der Gegenwart durch das Digitale ist die Erziehungswissenschaft herausgefordert, sich diesem regelrechten Strukturwandel zu widmen. Schließlich touchiert er nicht nur deren Kernfragen und -themen, sondern durchdringt und transformiert sie, wodurch unter anderem disziplinäre Neu-Orientierungen und -Verortungen erforderlich werden. Öffentliche Debatten um auf großen Sprachmodellen basierender KI haben jüngst dazu geführt, nach einer möglicherweise notwendig werdenden Transformation unseres Verständnisses von Lernen und Bildung unter Bedingungen von Digitalität zu fragen. So gewinnen zum einen Transfer, Reflexion und Verknüpfung an Bedeutung, während zum anderen (erneut) Fragen nach Subjektivation in den Fokus rücken. Insbesondere mit Blick auf den formalen Kontext Schule erscheint dieses Wechselverhältnis von Information, Wissen und subjektivierender Orientierung im Spannungsfeld von Digitalisierung und Digitalität verdichtet: Einerseits bewegen sich schulische Akteur_innen zunehmend in unterschiedlichen Bildungskontexten zwischen Informalität und Formalität. Andererseits werden sie innerhalb dieser Kontexte diskursiv als spezifische Subjekte adressiert und gebildet. Vor dem Hintergrund dieser Problematisierungen befragt der Beitrag anerkennungs- und subjektivationstheoretische Überlegungen hinsichtlich ihres bildungstheoretischen Potenzials und macht Bildung als Entfremdung eines jeweiligen ontologischen Horizonts lesbar.