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Bildung in der digitalen Moderne

  • Sebastian Manhart,
  • Thomas Wendt

摘要

Der Beitrag diskutiert die Aktualität des klassischen Bildungsbegriffs im Blick auf ein verändertes Verständnis der digitalen Transformation. Für eine verbesserte Analyse digitalen Veränderungsprozesse und ihrer Folgen wird eine begriffliche Neujustierung von Bildung als Komplexitätsfähigkeit vorgeschlagen. Die Entstehung und Zurechnung dieser Fähigkeit übergreift das menschliche Individuum und bezieht soziale wie digitale Akteure explizit mit ein. Diese Erweiterung der Reichweite des Bildungsbegriffs wird mit Rückgriff auf das Ausgangsproblem des klassischen Bildungsdiskurses um 1800 begründet: Selbstorganisation. Die Aktualisierung des klassischen Bildungsbegriffs zielt darauf, die individuelle Auseinandersetzung mit der eigenen, der sozialen wie der digitalen Komplexität als bildenden Zusammenhang besser verstehbar zu machen. Auf diese Weise wird ein erziehungswissenschaftlicher Zugriff auf Fragen zeitgenössischer Sozialtheorie, der Digitalisierung und von Künstlicher Intelligenz möglich, der deren Analyse und Verständnis aneinander integriert. Im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz stellen sich Fragen nach den operativen Grundlagen von Bewusstsein, Selbsttätigkeit, Kommunikationsfähigkeit und Verstehen. Diese Fragen an die Bildungsfähigkeiten von analogen wie digitalen Maschinen werden an zwei klassischen Texten der Romantik, Hoffmanns „Der Sandmann“ und Kleists „Über das Marionettentheater“ erörtert, die eine intensive und auch ethisch weitreichende Auseinandersetzung mit dieser Thematik repräsentieren.