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Erwartete Risiken von „Artificial Intelligence“

  • Udo Milkau

摘要

Im Jahr 2023 entwickelte sich ein umfangreicher öffentlicher Diskurs um Risiken der sogenannten „artificial intelligence“. Es bietet sich an, dies als ein aktuelles Beispiel zu nehmen, wie sich ein solcher Diskurs entwickelt, der im Kern gar nicht die Technik hat, sondern sich um Narrative über „artificial intelligence“ und deren Nutzung durch uns Menschen dreht. Im Kern des Diskurses stehen eine Angst vor Auslöschung („X-risk“), Ängste vor Diskriminierung bzw. Bedrohung von Grundrechten und Ängste vor einem Missbrauch für Deepfakes, Hackerattacken oder kriminelle Aktivitäten. Dabei werden der „artificial intelligence“ zum einen menschliche oder sogar übermenschliche Fähigkeiten zugeschrieben und zum anderen ein möglicher Missbrauch durch Menschen dann doch der Technik angelastet. Auch wenn es sich bis auf Weiteres nur um – hoch entwickelte – statistische Klassifikatoren handelt, verdeckt die Zuschreibung einer „Autonomie“, dass die Grundlage immer von Menschen produzierte, gesammelte und ausgewählte Daten oder Textkorpora sind. Diese spiegeln aber nur die Gesellschaft mit allen menschlichen Schwächen wieder. Zumindest bisher kann keine „artificial intelligence“ mehr als statistische Schätzungen produzieren – wenn sie von Menschen entsprechend programmiert, mit Daten „trainiert“ und für die Intentionen der Menschen genutzt wird. Die Diskussion um die Risiken verkennt oft, dass es sich um die Risiken bei der Nutzung eines im Kern „dummen“ Werkzeugs handelt, welches zwar durchaus sinnvoll unterstützen kann, aber sich – wie jeder Hammer – in der Hand von Menschen befindet.