In diesem Kapitel stellen wir Befragungsvarianten vor, die in der Medien- und Kommunikationswissenschaft zur Erforschung spezifischer Fragestellungen eingesetzt werden: Zunächst befassen wir uns mit Längsschnittdesigns, also Studien, die mittels wiederholter Messungen längere Zeiträume in den Blick nehmen und so in der Lage sind, verlässlich Veränderungen zu messen und kausale Beziehungen nachzuweisen (was sonst nur mit experimentellen Designs möglich ist, vgl. Koch et al. 2019). Darunter fällt das Panel (siehe Abschn. 5.1) sowie seine spezifische Form, die Tagebuchstudie (siehe Abschn. 5.2). Im Gegensatz zum Panel, bei welchem die Befragungszeitpunkte meist größere Abstände haben (z. B. drei sog. Wellen in 6 Monaten) arbeitet das Tagebuch mit kontinuierlich gereihten Erhebungszeitpunkten (z. B. 14 Tage am Stück). Eine große Stärke von Tagebuchstudien ist die Messung in der konkreten Nutzungssituation, wodurch einschränkende Erinnerungseffekte ausgeschaltet werden können. Eine solche sog. Messung „in situ“ stellt auch die Mobile Experience Sampling Method (MESM) dar, die wir im Anschluss vorstellen (Abschn. 5.3). Den Abschluss des Kapitels bildet das Delphi-Verfahren (eine wiederholte Befragung von Expertinnen und Experten), welches für prognostische Fragestellungen eingesetzt wird (Abschn. 5.4). Allen Verfahren ist gemeinsam, dass sie besonders valide und reliable Daten liefern, aber dafür forschungsökonomisch deutlich aufwändiger als andere Befragungsformen sind.

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Varianten der Befragung: Längsschnitt-Designs und situative Befragungen

  • Wiebke Möhring,
  • Daniela Schlütz

摘要

In diesem Kapitel stellen wir Befragungsvarianten vor, die in der Medien- und Kommunikationswissenschaft zur Erforschung spezifischer Fragestellungen eingesetzt werden: Zunächst befassen wir uns mit Längsschnittdesigns, also Studien, die mittels wiederholter Messungen längere Zeiträume in den Blick nehmen und so in der Lage sind, verlässlich Veränderungen zu messen und kausale Beziehungen nachzuweisen (was sonst nur mit experimentellen Designs möglich ist, vgl. Koch et al. 2019). Darunter fällt das Panel (siehe Abschn. 5.1) sowie seine spezifische Form, die Tagebuchstudie (siehe Abschn. 5.2). Im Gegensatz zum Panel, bei welchem die Befragungszeitpunkte meist größere Abstände haben (z. B. drei sog. Wellen in 6 Monaten) arbeitet das Tagebuch mit kontinuierlich gereihten Erhebungszeitpunkten (z. B. 14 Tage am Stück). Eine große Stärke von Tagebuchstudien ist die Messung in der konkreten Nutzungssituation, wodurch einschränkende Erinnerungseffekte ausgeschaltet werden können. Eine solche sog. Messung „in situ“ stellt auch die Mobile Experience Sampling Method (MESM) dar, die wir im Anschluss vorstellen (Abschn. 5.3). Den Abschluss des Kapitels bildet das Delphi-Verfahren (eine wiederholte Befragung von Expertinnen und Experten), welches für prognostische Fragestellungen eingesetzt wird (Abschn. 5.4). Allen Verfahren ist gemeinsam, dass sie besonders valide und reliable Daten liefern, aber dafür forschungsökonomisch deutlich aufwändiger als andere Befragungsformen sind.