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Täterarbeit mit männlichen Tätern häuslicher Gewalt

  • Nathalie Sabas

摘要

Wo Opfer sind, sind auch Täter. In den letzten 20 Jahren haben sich die Täterprogramme bei häuslicher Gewalt in Deutschland weit entwickelt und zielen auf eine Verringerung des weiteren Schädigungsrisikos durch Bearbeitung der Gewaltdynamik bzw. Gewaltproblematik ab. Häufig bagatellisieren Kindesväter die erlebte Gewalt ihrer Kinder, sodass innerhalb dieser Programme die Gewaltproblematik, auch in enger Verbindung mit väterlicher Verantwortung für die Schutzbedürftigen, thematisiert werden. Die seit Mitte bis Ende der 1980er-Jahre in Deutschland praktizierten, spezialisierten Täterprogramme sind darauf ausgerichtet, die gewalttätigen Kindesväter bzw. Männer zur Übernahme von Verantwortung und Aufgabe ihres schädigenden Verhaltens zu bewegen. Erreicht werden sollen diese Ansätze durch Konfrontation der Teilnehmer mit ihren Gewalt rechtfertigenden und entschuldigenden Verhaltensmustern und Vermittlung von alternativen Problemlösungsstrategien, die das gewalttätige Verhalten dauerhaft ersetzen sollen (vgl. Liel & Hainbach, 2013). Die Teilnehmer sollen in dieser Form des Training lernen, Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen, um aus dem Kreislauf der Gewalt auszubrechen, indem sie Ärger- und Belastungssignale frühzeitig wahrnehmen und verinnerlichen, um gewaltfrei zu handeln. Zwei zielführende Ansätze von Täterarbeit greifen Beziehungswahrnehmungen und Denkweisen von Gewalt in der Partnerschaft auf, und lassen sich wie folgt differenzieren: Der eher psychoedukative Ansatz thematisiert die Einbindung von Partnerschaftsgewalt in gesellschaftliche Muster, wie männliche Kontrolle und Machtausübung gegenüber Frauen. Ein zweiter eher verhaltensorientierter Ansatz analysiert die individuelle Funktionalität und widersprüchliche Logik des Gewaltverhaltens. Beide Ansätze setzen eine Zusammenarbeit mit Institutionen der Strafverfolgung, Frauenunterstützung und des Kinderschutzes voraus. Des Weiteren wird in Deutschland mit Gewalttätern sowohl in der Ehe- und Familienberatung als auch innerhalb der Psychotherapie und Psychiatrie gearbeitet. Zudem gibt es unterschiedliche Zugangswege, um an einem Täterprogramm teilzunehmen. Selbstmelder haben eine höhere Eigenmotivation, oftmals aus Angst vor strafrechtlichen Sanktionen, vor der Trennung der Partnerin und dem Verlust des Umgangs mit ihren Kindern. Allerdings ist dieser Anteil sehr gering. Häufiger beziehen Täterprogramme in Deutschland ihr Klientel über strafrechtliche Beratungsauflagen. Damit sind die staatsanwaltschaftlichen oder gerichtlichen Auflagen, gem. § 153a StPO, der in Deutschland überwiegend genutzte Überweisungsweg.