Tatort Familie
摘要
Liebevoll unterstelle ich allen Müttern und Vätern, dass sie ihren Kindern aus dem Tiefsten ihres Herzens gute Eltern sein wollen. Niemand wird als Täter geboren. Schutz, Zuwendung, Orientierung etc. sind nur einige der wenigen Bedürfnisse, nach denen sich ein Kind sehnt. Wenn wir uns für einen kurzen Augenblick in die letzte Auseinandersetzung mit unserem*unserer Partner*in hineinfühlen, kommen vielleicht gerade bei dem Gedanken mulmige Gefühle hervor. In zahlreichen Familien wird es auch einmal laut, das Gefühl der Wut lässt gefühlt das Herz platzen, oder es wird sogar die Flucht ergriffen, um ein wenig zur Ruhe zu kommen. Das ist insoweit in Ordnung, solange es zwischen den Eltern fair bleibt und das Kind erlebt, wie Eltern sich wieder vertragen. Es ist von großer Bedeutung, dass Kinder eine gesunde Streitkultur ihrer geliebten Eltern erleben, denn nur so können sie innerhalb ihrer eigenen Beziehungen, auch im Erwachsenenalter, für ein gesundes Miteinander sorgen. Doch in manchen Familie enden Streitigkeiten in Gewalt, mit Verletzungen, die der Seele für immer in Erinnerung bleiben. Aber niemand hat das Recht, seiner Wut mit Schlägen Luft zu machen, seine persönlichen Interessen mit Grausamkeiten durchzusetzen (vgl. Buskotte, 2007). Der erste Schlag ist geschehen, der zweite und dritte folgen unmittelbar. Nach einer „Ruhephase“, ein paar Wochen später, der erneute physische und psychische Gewaltakt. Das „Eis des Verbrechens“ scheint gebrochen, von nun an gehören diese Grausamkeiten zum festen Bestandteil des Alltags vieler Frauen. Gewalt hat viele Gesichter und Erscheinungsformen, deren Übergänge fließend sind. Häusliche Gewalt in Familie und Partnerschaft ist kein Einzelschicksal. Gerade in der eigentlich vertrauensvollen Umgebung entstehen Höllenqualen und die eigenen Kinder werden entweder selbst Opfer oder Zeugen dieser Brutalität. Auch Männer sind jahrelanger Gewalt im eigenen Haushalt ausgesetzt. Allerdings ist es eine ganz persönliche Herzensentscheidung, den Fokus in diesem Buch auf betroffene Frauen zu legen. Ihre Geschichten, als auch die ihrer Kinder, haben mein Herz zutiefst erreicht. Ich sah zu, wie die körperlichen Wunden heilten und der innere Schmerz nach seelischer Ruhe schrie.