Der Versuch einer Evaluierung: Was das Deutschlandticket leisten kann und was nicht
摘要
Ausgehend von den Erfahrungen beim 9-Euro-Ticket wird versucht, auf der Grundlage von Marktdaten der ersten Monate mit dem Deutschlandticket, den Wirkungsmechanismus des 49-Euro-Tickets umfassend zu beschreiben. Auch beim Nachfolgeangebot zum 9-Euro-Ticket bestehen in der ersten Marktphase erhebliche Unsicherheiten darüber, inwiefern es zu Fahrtenverlagerungen und positiven Klimawirkungen kommt. Die analysierten empirischen Daten zeigen bei sorgfältiger Kalibrierung und Validierung signifikante Verlagerungseffekte durch das Deutschlandticket. Im November 2023 werden diese Aspekte in der Öffentlichkeit durch Diskussionen hinsichtlich der zukünftigen Finanzierung durch Bund und Länder überschattet, während eine ausgewogene Diskussion der Vor- und Nachteile des Tickets ausbleibt. Angekündigt wird in diesem Zusammenhang auch eine mögliche Preiserhöhung auf 59 € monatlich oder mehr. Im Rahmen einer Kosten-Nutzen-Analyse erfolgt der Versuch einer übergreifenden gesamtwirtschaftlichen Evaluierung. Das Deutschlandticket erreicht einen positiven Saldo von etwa 1,7 Mrd. € jährlich in der Einführungsphase. Zusätzlich sind weitere nutzenstiftende Effekte zu berücksichtigen, die sich nur schwer quantifizieren lassen. Der volkswirtschaftliche Kosten-Nutzen-Saldo wäre bei einem abgesenkten Preis für das Deutschlandticket von z. B. 39 € allerdings noch höher, bei einem erhöhten Preis (z. B. 59 €) werden die positiven gesamtwirtschaftlichen Effekte deutlich eingeschränkt.