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Die digitale Shadow Workforce: Globale Wertschöpfung und postkoloniale Kontinuitäten

  • Stefan Schmalz

摘要

Die großen Techfirmen wie Alphabet (Google), Amazon, Apple, Meta (Facebook) und Microsoft gelten oftmals als der Inbegriff von Innovation und wirtschaftlichem Erfolg. Milliarden von User*innen nutzen ihre Produkte und Dienstleistungen für die alltägliche Kommunikation, den Konsum und die Büroarbeit. Doch nur die wenigsten der User*innen sind sich über die Bedingungen der Herstellung, Instandhaltung und Bereitstellung dieser Dienstleistungen und Produkte bewusst. Denn jenseits der hochqualifizierten Programmierer*innen, Designer*innen und Ingenieur*innen existiert eine Vielzahl von Jobs, die als prekär, entfremdet und niedrig entlohnt gelten können. Eine globale Shadow Workforce operiert unsichtbar für das Auge westlicher Konsument*innen, ihre Arbeit wird oftmals in Niedriglohnländern des globalen Südens verrichtet. Die Externalisierung solcher Tätigkeiten, bei der postkoloniale Kontinuitäten eine wichtige Rolle spielen, werden an zwei Beispielen dargestellt: den philippinischen und indischen Social Content-Moderator*innen, die bei outgesourcten Dienstleistern die Netzwerke von Facebook von verstörenden Inhalten säubern und die chinesischen Industriearbeiter*innen, die unter harten Arbeitsbedingungen beim Zulieferer Foxconn die neuesten iPhone-Modelle herstellen. Der Beitrag gibt einen Überblick, wie der digitale Kapitalismus auf globale Wertschöpfungsketten aufsetzt und so hohe Renditen für Investor*innen erwirtschaftet. Diese Strukturen stehen in der Kontinuität der globalen Arbeitsteilung, ihre Verschleierung ist ein Kennzeichen der digitalen Ökonomie zu Beginn des 21. Jahrhunderts.