Partizipative Forschung als Instrument der Pandemie-Bekämpfung durch Empowerment benachteiligter Communities
摘要
Im Rahmen der Bekämpfung der Corona-Pandemie wird nach einer anfänglich hohen Akzeptanz der Eindämmungsmaßnahmen zunehmend ein Widerstand gegen die Einschränkungen sichtbar (Mannheimer Corona Studie, GIP 2020). Insbesondere in benachteiligten Communities zeigt sich zum Beispiel eine mangelnde Impfbereitschaft, außerdem treten Belastungen und Wissenslücken bei benachteiligten Kindern und Jugendlichen zu Tage. Es stellt sich die Frage, was Wissenschaft zur Beseitigung der vorhandenen Missstände beitragen kann. Eine Forschungsrichtung, die sich mit dem Erleben und Handeln von Individuen in ihren räumlich und sozial definierten Kontexten (den sogenannten Communities) beschäftigt, ist die Community Psychology (Rappaport 1977). Forschung im Rahmen der Community Psychology basiert auf Werten, die diese psychologische Teildisziplin von anderen psychologischen Disziplinen abhebt. So stehen individuelles und familiäres Wohlergehen, Gemeinwohlorientierung, Respekt gegenüber Diversität, soziale Gerechtigkeit, Bürgerbeteiligung, partnerschaftliche Orientierung und empirische Fundierung im Mittelpunkt der Forschungsaktivitäten (Dalton et al. 2007, S. 23). Diese Werteorientierung lässt vermuten, dass Erkenntnisse der Community Psychology geeignet sind, um wirksame Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie auch in benachteiligten Communities zu entwickeln und umzusetzen. Der vorliegende Beitrag bietet einige Impulse an, welche Beiträge die Community Psychology leisten kann. Hierzu werden die Konzepte Empowerment, Bürgerbeteiligung und partizipative Forschung vorgestellt und Impulse gegeben, wie diese Konzepte zur Bekämpfung der Corona-Pandemie eingesetzt werden können.