Neue Wände reichen nicht – zur Bedeutung von Selbstbestimmung und Aktivitäten für die Lebensqualität in Einrichtungen der stationären Langzeitpflege
摘要
Der demografische Wandel ist in aller Munde und zwingt Gesellschaft, Politik und Forschung zum Nachdenken. Nicht nur Fragen der Finanzierung kommen dabei auf, sondern auch Fragen danach, wie und wo die wachsende Anzahl an älteren Menschen künftig versorgt werden kann und soll. Auch ältere Menschen selbst machen sich hierzu viele Gedanken und haben eigene Vorstellungen. Bereits die Generali Altersstudie 2013 stellte heraus, dass ältere Menschen Zuhause, im gewohnten Umfeld alt werden möchten und nicht in einer Einrichtung der stationären Langzeitpflege. Zehn Jahre später bestätigen dies Studien erneut. Trotz dieses weit verbreiteten Wunschs lebte Ende des Jahres 2021 ca. jede sechste im Sinne des Sozialgesetzbuchs (SGB) XI als pflegebedürftig eingestufte Person in einer stationären Einrichtung. Der vorliegende Beitrag setzt daran an, die Relevanz unterschiedlicher organisationaler Merkmale herauszustellen, um zu Pflegende nach ihrem Einzug in die stationäre Langzeitpflege weiterhin zu aktivieren, ihre sozialen Kontakte zu fördern und ihre Selbstbestimmung zu erhalten. Dazu wird zunächst die Statuspassage der Heimübersiedlung näher beleuchtet, bevor auf die organisationalen Merkmale der Versorgung in einer Einrichtung sowie auf den theoretischen Rahmen eingegangen wird. Anhand von Daten aus zwei unterschiedlichen Studien wird thematisiert, inwiefern sich welche organisationalen Determinanten auf die sozialen Kontakte, die soziale Integration und die Aktivierung von zu Pflegenden in der stationären Langzeitpflege auswirken.