„Und dann musste ich halt lernen, wie man Kartoffeln schält“ …
摘要
Verantwortlichkeiten der Haushaltsführung sind in Paarbeziehungen in der Regel ungleich verteilt. Auch wenn aktuelle Untersuchungen nahelegen, dass sich Männer seit einigen Jahrzehnten „tendenziell“ stärker an der Hausarbeit beteiligen, werden unbezahlte, täglich wiederkehrende Aufgaben, wie Kochen, Putzen, Aufräumen, Einkaufen oder Wäschewaschen gemäß traditionellen Rollenmustern vorwiegend, oft auch ausschließlich, von Frauen erbracht. Männern kommt in traditionellen Modellen partnerschaftlicher Arbeitsteilung dagegen häufig die Rolle des Haupterwerbsverantwortlichen zu. Im Privathaushalt konzentriert sich die männliche Beteiligung eher auf die Übernahme sporadisch anfallender Aufgaben, wie Reparaturarbeiten oder die Erledigung von Finanzgeschäften. Was geschieht, wenn die partnerschaftlich konstruierte und möglicherweise seit Jahrzehnten praktizierte häusliche Arbeitsteilung von Paaren „zusammenbricht“, wurde bislang noch weniger erforscht. Gerade die Situation von Männern, denen die Haushaltsorganisation infolge biografischer Umbrüche „unfreiwillig“ zufällt, erscheint als blinder Fleck. Der vorliegende Beitrag fokussiert vor diesem Hintergrund die Forschungsfrage, wie ältere Männer die Organisation ihres Haushalts bewältigen, wenn Arrangements der partnerschaftlichen Arbeitsteilung infolge biografischer Umbrüche, wie einer Scheidung, Verwitwung oder Pflegebedürftigkeit der Partnerin, ihre bisherige Gültigkeit verlieren.