Wie Menschen die Zeit bewerten
摘要
In den beiden letzten Kapiteln wurde dargestellt, dass Menschen sowohl in der Bewertung von Ergebnissen als auch bei den Wahrscheinlichkeiten relativ vorgehen. So gibt es in beiden Fällen jeweils neutrale Bezugspunkte, wobei Unterschiede zwischen Ergebnissen oder auch zwischen verschiedenen Wahrscheinlichkeiten mit zunehmender Entfernung vom jeweiligen Bezugspunkt immer weniger ins Gewicht fallen. Diese Bezugspunkte und abnehmenden Sensitivitäten gibt es auch in der Bewertung des Faktors Zeit. Dies hat zur Folge, dass einfache Discounted-Utility-Modelle das Entscheidungsverhalten von Menschen nicht mehr gut beschreiben können. Am Beispiel des Common-Difference-Effekts wird dies in diesem Kapitel veranschaulicht. Hierauf aufbauend wird in diesem Kapitel mit dem Modell der hyperbolischen Diskontierung ein erweitertes Präferenzmodell vorgestellt, dass dieses Verhaltensmuster abbilden kann. Zugleich kann dieses Modell auch noch zusätzlich in einer Form erweitert werden, dass auch Präferenzen für steigende Ergebnisse, wie sie bei Menschen beobachtet werden, im Modell Berücksichtigung finden. Mit den vorgestellten Präferenzmodellen lassen sich einige weitere Verhaltensmuster des Menschen gut erklären. In diesem Kapitel wird diesbezüglich darauf eingegangen, warum es viel einfacher ist, sich gute Vorsätze zu machen, als diese dann später auch in die Tat zu überführen.