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Relatives Denken bei Wahrscheinlichkeiten

  • Rüdiger von Nitzsch

摘要

In der Bewertung unsicherer Alternativen spielen zwei Determinanten eine Rolle: Die Ergebnisse (bzw. Zielausprägungen) und die Wahrscheinlichkeiten, mit denen diese Ergebnisse eintreten. In Kap.  5 wurde schon erläutert, wie Menschen Ergebnisse gemäß der Wertfunktion der Prospect Theory relativ bewerten. In diesem Kapitel wird nun dargestellt, dass Menschen auch bei der Bewertung von Wahrscheinlichkeiten nach ähnlichen relativen Prinzipien vorgehen. Diese relative Bewertung von Wahrscheinlichkeiten wird im Rahmen der Prospect Theory durch die Wahrscheinlichkeitsgewichtefunktion modelliert. In diesem Kapitel wird dargestellt, durch welche charakteristischen Eigenschaften diese Funktion gekennzeichnet ist. Hierzu gehört unter anderem die Überbewertung von kleinen Wahrscheinlichkeiten und der Certainty-Effekt. Ebenfalls wird erörtert, wie die Gestalt der Funktion mit dem Kontrollmotiv des Entscheiders in Verbindung gebracht werden kann. Abschließend stellt dieses Kapitel dar, welche irrationalen Verhaltensmuster sich durch die Wahrscheinlichkeitsgewichtefunktion erklären lassen. Hierzu gehört beispielsweise die Tendenz, zu viele kleine Versicherungen abzuschließen. Ebenso lässt sich die Teilnahme an Lotteriespielen oder der sogenannte Favorite Longshot Bias erklären. Auch die Erklärung des Allais-Paradoxons kann auf diese Weise in diesem Kapitel leicht geliefert werden.