Narrow Thinking und Heuristiken
摘要
Kognitive Beschränkungen in den Informationsverarbeitungsprozessen führen dazu, dass Menschen zu einem sogenannten Narrow Thinking neigen, welches die Entscheidungsqualität reduzieren kann. Dieses Kapitel stellt die wichtigsten Phänomene vor, die in diesem Zusammenhang aufzuführen sind. Hierzu gehören Verfügbarkeitseffekte, die sich aus der Tatsache ergeben, dass die Verfügbarkeit von Gedächtnisinhalten für einen Abruf im Informationsverarbeitungsprozess von verschiedenen situationsabhängigen Faktoren abhängt. Daneben wird die Verankerungsheuristik vorgestellt, die das Phänomen beschreibt, dass sich Menschen bei Schätzurteilen zu stark von gesetzten Ankern beeinflussen lassen. Bei der Darstellung der Repräsentativitätsheuristik werden typische Verhaltensmuster erläutert, die sich aus der unreflektierten Anwendung von schematischen Denkmustern ergeben. Etwas einfacher ausgedrückt handelt es sich hierbei um die Tendenz, etwas zu schnell zu glauben, nur weil es plausibel erscheint. Zum Narrow Thinking gehören neben den hier aufgeführten sogenannten Urteilsheuristiken auch alle Effekte, die damit zu tun haben, dass das mentale Abbild der Entscheidungssituation im Kopf des Entscheiders zu stark vereinfacht wird. Beschrieben wird in diesem Kapitel diesbezüglich das Phänomen des Mental Accounting, also der Neigung des Menschen, die Resultate seiner Entscheidungen nicht ganzheitlich, sondern jeweils nur isoliert zu bewerten. Abschließend erläutert das Kapitel auch, welche Vereinfachungen im mentalen Modell mitverantwortlich für das Phänomen der systematischen Selbstüberschätzung, der Overconfidence, sind.