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Kognitive Ursachen für eine unvollkommene Informationsverarbeitung

  • Rüdiger von Nitzsch

摘要

Die deskriptive Entscheidungstheorie beschäftigt sich mit Erkenntnissen, die man über das menschliche Entscheidungsverhalten erlangt hat. Um dieses Entscheidungsverhalten besser verstehen zu können, ist es notwendig, sich zunächst mit den Mechanismen zu beschäftigen, die beim Menschen ablaufen, wenn er Informationen wahrnimmt und diese anschließend verarbeitet. In diesem Kapitel wird dargestellt, welche kognitiven Ursachen es dafür gibt, dass sich bei dieser Wahrnehmung oder Verarbeitung von Informationen entsprechend Effekte ergeben, die Qualitätseinbußen in einer Entscheidung bedingen können. Im Hinblick auf die Wahrnehmungsphase geht dieses Kapitel zunächst darauf ein, dass der Mensch durch unbewusste Vereinfachungen von Informationen möglicherweise sogar zu Entscheidungen gelangen kann, die grundsätzlichen Rationalitätsvorstellungen widersprechen. Eingegangen wird auf den Einfluss von Wahrnehmungserwartungshypothesen auf den Entscheidungsprozess und die Gefahren, die damit einhergehen. Als anschauliches Beispiel, zu welchen Verzerrungen es in der Aufnahme von Informationen kommen kann, wird der Kontrast-Effekt vorgestellt. Als weitere Ursache für eine unvollkommene Informationsverarbeitung geht das Kapitel intensiver auf die Funktionsweise des menschlichen Gedächtnisses ein. Hierbei wird zunächst vorgestellt, wie ein Gedächtnis grundsätzlich aufgebaut ist und welche Leistungsfähigkeit es hat. Anschließend wird erläutert, von welchen Faktoren es abhängt, wie verfügbar die unterschiedlichen Gedächtnisinhalte für einen Abruf in der Informationsverarbeitung sind.