„Flat Earthers“, Ernsthaft? – Weltbilder mit mathematischen Methoden interdisziplinär betrachten
摘要
Die sogenannte „Flat Earthers“-Bewegung war in den vergangenen Jahren ein exemplarisches Beispiel für Fake-News und Verschwörungstheorien in den Medien, um Phänomene des Internetzeitalters wie „Filter-Bubbles“ zu erklären. Besonders die starke Verbreitung der Ideen einer flachen Erde und damit zusammenhängender Behauptungen, die auf YouTube geteilt wurden, sowie die in den Jahren 2017–2019 stattgefundenen „Flat Earth International Conferences“ haben ein großes Medieninteresse erzeugt, sodass auch viele Internetnutzende, die keine Anhängerinnen und Anhänger sind oder waren, dieses Phänomen kennen. Im Physikunterricht bietet sich das Thema im Rahmen der Diskussion verschiedener klassischer Weltbilder, wie dem Ptolemäischen und Kopernikanische Weltbild sowie zugehöriger Theorien, wie dem Newtonschen Gravitationsgesetz an, um insbesondere auf einer Meta-Ebene die wissenschaftlichen Methoden der Physik zu diskutieren und anzuwenden. Da es sich bei Fragen zur Gestalt der Erde und damit zusammenhängender Fragen zum Bild des Universums um Fragen der Astronomie handelt, spielen mathematische Überlegungen und Modellierungen auf natürliche Weise eine große Rolle. Schon seit der Frühzeit astronomischer Tätigkeit war diese mit mathematischer Aktivität eng gekoppelt. In diesem Artikel geht es entsprechend darum, ausgehend von einer exemplarischen Auseinandersetzung der „Flat Earth“-Theorie in einem Physikbuch diese mathematikhaltigen Aspekte der Diskussion zu identifizieren. Dabei wird nach einer Analyse von konkreten Schulbuchmaterialien die „Flat Earth“-Theorie als paradigmatisches Beispiel für Weltbilder anhand didaktischer Theorien wie dem Auffassungs- und „Nature of Science“-Konzept, aber auch wissenschaftshistorischen Aspekten zur „(Non-)Flat Earth“-Theorie dargestellt. Den Abschluss bildet eine Diskussion mithilfe mathematischer Methoden von drei Thesen der „Flat Earth“-Theorie, die im Schulbuchmaterial Erwähnung gefunden haben.