Über den Status der Staatsbürger*innenschaft im migrationspolitischen Kontext – eine kritische Betrachtung
摘要
Dieser Artikel behandelt das Konzept der Staatsbürger*innenschaft als Status und damit einhergehende politische Rechte. Die Vergabe der Staatsbürger*innenschaft erfolgt in einem liberalen Verständnis vom Staat an einzelne Individuen, wodurch andere Teile der Bevölkerung von Partizipationsmöglichkeiten exkludiert werden. Mit Bezug auf die Werke des Philosophen Étienne Balibar wird die Konstitution von Staatsbürger*innenschaft und dessen Vergabevorgang kritisch hinterfragt. Mithilfe dieser Perspektive wird der Versuch unternommen die Produktion herrschender Zugehörigkeitsregime, welche auf Inklusions- und Exklusionsmechanismen basieren, zu veranschaulichen. Durch eine Dekonstruktion des hegemonialen Verständnisses von Staatsbürger*innenschaft wird die Analyseebene von Staatsbürger*innenschaft als staatszentriertes Rechtsregime hin zu einer Konzeption als politischen Aushandlungsprozess und veränderbare Institution verschoben (siehe Isin 2008). Das Verständnis von Staatsbürger*innenschaft als politischen Aushandlungsprozess kann im Kontext einer politischen Bildung dazu beitragen, defizitäre Vorgänge im demokratischen System zu identifizieren und zu verändern.