Selbstvermessung in der Netzwerkwelt
摘要
In diesem Kapitel wird die empirische Analyse der Selbstvermessungspraktiken vorgestellt. Zunächst werden drei perspektivische Erweiterungen ausgearbeitet, die der empirischen Analyse grundlegende Konzepte bereitstellen. Diese Erweiterungen betreffen Konventionen und die Koordination des Selbst, die Spezifik kybernetischer Techniken und deren moralische Rolle sowie die Frage nach der Orientierung in der Welt zwischen Optimierung und Exploration. Anschließend folgen in Abschnitt 5.1 einige Erläuterungen zur Datenbasis und zur Grounded Theory. In Abschnitt 5.2 werden die Ergebnisse präsentiert. Zu Beginn wird über grundlegende Motive gesprochen, die die Selbstvermesser*innen leiten: Optimierung, Therapie, Exploration und Spielerei. Im Anschluss daran wird die kybernetische Logik der Selbstvermessungstechniken untersucht, indem am Beispiel des Diet-Trackings die kybernetisch regulierte techno-korporale Konstellation der Selbstvermessung idealtypisch herausgearbeitet wird. Dies führt im dritten Abschnitt der Analyse zur Thematisierung von Prozessen der Situierung, in denen Aushandlungsprozesse und wechselnde Bezugnahmen auf die verschiedenen Regime des Engagements virulent werden. Im vierten Abschnitt werden in Anlehnung an das Regime des rechtfertigenden Handelns die Kritiken und die Vorstellungen des ‚Richtigen‘ thematisiert, die Selbstvermesser*innen in Bezug auf den Umgang mit sich selbst hervorbringen. Den Abschluss bildet eine Zusammenfassung und kondensierte Diskussion der Ergebnisse.