Politische Erfahrungswelten
摘要
Thema dieses Beitrags ist das ‚Sprechen für‘ als gemeinsames Problem der Literatur und der Soziologie, welches in Boltanskis Arbeiten problematisiert wird – in seinen Frankfurter Vorlesungen Soziologie und Sozialkritik (2008) und dem mit Ève Chiapello verfassten Neuen Geist des Kapitalismus (1999), aber auch in seiner weniger bekannten Monografie distant suffering (1999). Anhand letzterem Beispiel gehe ich der Frage nach, wie sich mit Boltanski über politische Aspekte des Erzählens – heute vor allem diskutiert anhand von Begriffen wie Situiertheit, Standpunkt, Erfahrung oder Übersetzung – produktiv nachdenken lässt. Dazu beziehe ich Boltanskis Arbeit auf die gegenwärtige Konjunktur von Autosoziobiografien als Schnittstelle von Soziologie und Literatur.