Literarische Formen, die „in verschiedenen Welten leben“
摘要
Der Beitrag bringt die von Luc Boltanski maßgeblich mitentwickelte Soziologie der Kritik ins Gespräch mit der literaturwissenschaftlichen Diskussion um (post-)kritische Leseweisen und Ansätzen zu einer Literatursoziologie pragmatischer Formen. Ausgehend von dem Verständnis von Formen und Formaten in der Soziologie der Kritik und ihrer Relation zu den dort theoretisierten ‚Welten‘ der Rechtfertigung fragt der Beitrag nach einer Verbindung mit neueren literaturtheoretischen Ansätzen, die die relative Eigendynamik und das Affizierungspotential von Formen in den Mittelpunkt stellen. Vor diesem Hintergrund erfolgt ein Plädoyer für eine ‚einbettende Lektüre‘, die literarische Formen und Formate in vielstimmigen Streitzusammenhängen situiert und sie als Teil von deren historischen Transformationsgeschehen begreift.