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Diagnostik bildungssprachlicher Kompetenzen mit BiSpra 2–4: Grundlagen der Testentwicklung und empirische Befunde zu einsprachigen und mehrsprachigen Lernenden

  • Birgit Heppt,
  • Anna Volodina

摘要

Um Lernende möglichst zielgerichtet in ihrer bildungssprachlichen Kompetenzentwicklung unterstützen zu können, ist es wichtig, ihre sprachliche Ausgangslage reliabel und valide zu bestimmen. Bislang stehen jedoch nur wenige standardisierte Tests zur Verfügung. Im vorliegenden Beitrag wird daher der Test BiSpra 2-4 vorgestellt, mit dem sich verschiedene Aspekte des Verständnisses von Bildungssprache bei einsprachigen und mehrsprachigen Grundschulkindern erfassen lassen. Hauptanliegen ist es dabei, zu überprüfen, inwieweit sich Leistungsunterschiede zwischen Schüler:innen mit unterschiedlicher Spracherwerbsbiographie im Verständnis bildungssprachlich anspruchsvoller Hörtexte (BiSpra-Text), im Verständnis von Satzverbindungen mit Konnektoren (BiSpra-Satz) und im Verständnis allgemeiner, fächerübergreifend verwendeter bildungssprachlicher Wörter (BiSpra-Wort) durch Merkmale des sozioökonomischen und bildungsbezogenen familiären Hintergrunds erklären lassen. Ergänzende deskriptive Analysen geben zudem Hinweise darauf, welche bildungssprachlichen Wörter und Konnektoren bzw. Konnektorengruppen sich für einsprachige und mehrsprachige Grundschüler:innen als besonders schwierig erweisen. Anhand von Daten von 3 625 Schüler:innen der Jahrgangsstufen 2 bis 4 zeigt sich, dass simultan bilingual aufwachsende Schüler:innen und Schüler:innen, die sukzessiv mit Deutsch als Zweitsprache aufwachsen, in ihren bildungssprachlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten hinter monolingual deutschsprachig aufwachsenden Schüler:innen zurückbleiben. Diese Leistungsnachteile reduzieren sich unter Kontrolle des sozioökonomischen und bildungsbezogenen familiären Hintergrunds, sie bleiben jedoch weiterhin statistisch bedeutsam. In allen drei Sprachgruppen erweisen sich kausale Konnektoren tendenziell als schwieriger als temporale und kausale Konnektoren. Es werden Einflussfaktoren diskutiert, die zur Entstehung der Leistungsunterschiede zwischen den Sprachgruppen beigetragen haben könnten, und Implikationen für den Einsatz von BiSpra 2-4 bei einsprachigen und mehrsprachigen Lernenden abgeleitet.