Schulentwicklungsplanung als ‚governance device‘. Eine Mixed-Methods-Analyse der Schulinfrastruktur in demografisch schrumpfenden Regionen
摘要
Der vorliegende Beitrag zeigt am Beispiel der Analyse von Schulpolitik in demografisch schrumpfenden Regionen, wie spezifische Probleme vorliegender quantitativer und qualitativer Studien durch eine Strategie der Methodenintegration besser gehandhabt werden können. Rein quantitative Untersuchungen zeichnen sich einerseits durch weitgehende Abstraktion von den realen institutionellen Prozessen aus, die im Gegenstandsbereich tatsächlich stattfinden. Andererseits fangen viele qualitative Untersuchungen die Perspektive der Beteiligten zwar ein, lassen ihre eigene theoretische Verortung aber offen. Dem gegenüber strebt der vorliegende Beitrag einen Fortschritt in Richtung einer gegenstandsnahen Theorie an. Zu diesem Zweck werden real wirksame institutionelle Mechanismen der Schulpolitik zunächst qualitativ rekonstruiert und anschließend im Kontext einer Panelanalyse amtlicher Sekundärdaten quantitativ modelliert. Die Ergebnisse zeigen, dass demografische Veränderungen sowohl durch institutionalisierte Formen der Naturalrechnung als auch durch rechtsähnlich kodifizierte Untergrenzen der Bestandsfähigkeit von Schulen in konkrete Entscheidungen zur Schließung von Schulen übersetzt werden. In den institutionellen Zwangsmechanismus der Untergrenzen für Schulen gehen sowohl ökonomische Kalküle als auch pädagogische Leitideen einer ‚guten‘ Schule ein.