Wider den Methodenzwang
摘要
1975 veröffentlichte Feyerabend sein Buch „Against Method“. Mit diesem Buch etablierte sich Feyerabend als ungestümer Kritiker des Rationalismus, als exzellenter Kenner der Wissenschaftsgeschichte und als Rebell, dem jegliche Beweihräucherung von Wissenschaft zuwider ist. In dem Buch findet sich jener Slogan, der seitdem unzertrennlich mit Feyerabends Auffassungen verbunden zu sein scheint: „Anything Goes“. Für die Kritikerinnen und Kritiker ist „Anything goes“ das anarchistische Prinzip, das aus Sicht Feyerabends jeglichen wissenschaftlichen Tuns und einer demokratischen Verfasstheit von Gesellschaft zugrunde liegen sollte. Feyerabend selbst vermutete, dass die meisten Kritiker mit ihrer Lektüre des Buches offenbar gleich nach dem ersten Auftreten von „Anything goes“ Schluss gemacht haben. Mit „Against Method“ hat er Aufruhr geschaffen, dort, wo sich Wissenschaftler als Wächter der einzigen Wahrheit, als Experten des Wissens, als Verfechter der reinen Methode wähnten. Manche haben ihm diesen Spiegel, den er ihnen vorgehalten hat, übelgenommen, andere haben in seinen brillanten wissenschaftshistorischen Analysen sich selbst und ihre Nachbarn erkannt und dabei auch gesehen, dass wissenschaftliche Regeln verletzt werden müssen, wenn wir erkennen wollen. Die Idee einer festgelegten Methode und das Beharren auf einer feststehenden Theorie ist nicht nur naiv, sondern Ideologie und Missachtung anderer Wissensquellen ein Zeichen von Borniertheit und Chauvinismus.