Jahre in Berkeley und anderswo
摘要
Paul Feyerabend kam im September 1958 als Gastdozent nach Berkeley. 1960 erhielt er dort eine Festanstellung. Der Philosoph und Wissenschaftstheoretiker Thomas KuhnKuhn, Thomas lehrte seit 1956 ebenfalls in Berkeley. Dort und später noch haben Feyerabend und KuhnKuhn, Thomas nicht nur heftig miteinander gestritten, sondern sich auch gegenseitig inspiriert. Paul Feyerabend hielt Vorlesungen über Wissenschaftsphilosophie, ging ins Kino, besuchte Theater, nahm seine Gesangsausbildung wieder auf, entdeckte seine Vorlieben für Wrestling-Shows, heiratete ein drittes Mal und ließ sich wieder scheiden. Er erhielt Lehrstuhlangebote aus London, Berlin, Yale und aus Auckland. In Berkeley und Berlin erlebte Feyerabend die politischen Studentenunruhen der 1960er Jahre, die Bürgerrechtsbewegungen und die Demonstrationen gegen den Vietnamkrieg. In London lernte Feyerabend den Wissenschaftstheoretiker Imre Lakatos kennen. Anfang der 1970er Jahre hatte Feyerabend den Plan gefasst, ein Buch mit Lakatos zu veröffentlichen, in dem beide über das Für und Wider rationaler Wissenschaftsmethoden streiten wollten. Doch Lakatos starb zu früh und Feyerabend schrieb 1975 „Against Method“ allein. Nach Gastdozenturen in Brighton und Kassel dachte er an den Ruhestand und an einen Wechsel ins Theater. Doch es kam anders. Erich Jantsch erzählte ihm, dass man in Zürich einen Wissenschaftstheoretiker suche. Feyerabend bewarb sich und bekam 1980 diese Stelle. Nun pendelte er zwischen Zürich und Berkeley, wo er schließlich sein großes Glück fand. In Berkeley lernte 1983 Grazia Borrini kennen und lieben. Sie heirateten im Januar 1989. Ein Jahr später wurde Feyerabend in Berkeley emeritiert und 1991 ließ er sich in Zürich in den Ruhestand schicken. Paul K. Feyerabend starb am 11. Februar 1994 im Alter von 70 Jahren.