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Feyerabend und die Psychologie – ein Ausflug mit Spekulationen

  • Wolfgang Frindte

摘要

Feyerabends Sicht auf die Psychologie differenzierte sich über die Jahrzehnte. Einige seiner Bemerkungen sind erstaunlich zutreffend, andere eher oberflächlich. Während seines Studiums in Wien besuchte er Ende der 1940er/Anfang der 1950er Jahre Psychologieveranstaltungen bei Hubert RohracherRohracher, Hubert. Rohracher vertrat eine naturwissenschaftlich-experimentelle Psychologie. Das EEG galt ihm dabei als wichtiges Instrument für den „objektiven Blick ins Fremdpsychische“. Die „Lehre“ vom unbewussten psychischen Geschehen lehnte er ab. Dass Rohrachers Veranstaltungen auch Feyerabends Skepsis gegenüber der Psychoanalyse ebenso beeinflusst haben könnten wie seine spätere Beschäftigung mit dem Leib-Seele-Problem, ist keine abwegige Vermutung. Die wahrnehmungspsychologischen Forschungen von Edgar Tranekjaer-Rasmussen haben sicher auch Feyerabends spätere Zweifel an der „Theorie der Sinnesdaten“ und an den Grundlagen des logischen Empirismus befördert. In Feyerabends späteren Arbeiten finden sich u. a. Bezüge auf Jean PiagetPiaget, Jean, Jerome BrunerBruner, Jerome, Alexander R. LurijaLurija, Alexander R., David KatzKatz, David, Oswald Külpe, Muzafer SherifSherif, Muzafer, Leon FestingerFestinger, Leon, Albert Michotte, Paul Meehl, Ernst Mach und Lew Semjonowitsch WygotskiWygotski, Lew S.. Ende der 1980er Jahre ist sich Paul Feyerabend nicht nur des Differenzierungsprozesses in der Psychologie als Wissenschaft bewusst; er nimmt die Auseinandersetzungen und bornierten Versuche in und zwischen den psychologischen Gemeinschaften wahr, Methoden- und Theorienvielfalt entweder zu ignorieren oder zu bekämpfen. Und er sympathisiert mit dem (sozialen) Konstruktivismus.