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„Das sind in der Tat wichtige Fragen“

  • Wolfgang Frindte

摘要

Seit Feyerabends Tod im Jahre 1994 erschienen bis heute mehr als 17.000 Publikationen. Dazu gehören zahlreiche Nachauflagen seiner eigenen Schriften sowie die posthum erschienenen Werke („Conquest of Abundance“ aus dem Jahre 1999 und die deutsche Übersetzung mit dem Titel „Vernichtung der Vielfalt“ von 2005 sowie „Naturphilosophie“ von 2009), Diskussionen über seine Kritik am Kritischen Rationalismus, Würdigungen seiner anarchistischen Erkenntnistheorie, Sammelbände mit kritischen Essays, ausgezeichnete Biografien und vieles andere mehr. Feyerabend bezieht, wenn auch en passant, Stellung zu Fragen, die auch die heutigen postkolonialen Studien aufwerfen. Seine Sorge um die epistemische und politische Marginalisierung der Kulturen der indigenen Völker oder um die menschlichen und ökologischen Kosten der Verwestlichung hat ihn bereits in den 1970er Jahren umgetrieben. Feyerabend geht keineswegs davon aus, dass Mythen, Märchen, okkulte Riten oder eben der Schöpfungsglaube den rationalen Vorstellungen von Welt per se überlegen sind. Vielmehr kritisierte er wissenschaftliche Angriffe zum Beispiel gegen die Astrologie, die Kräutermedizin oder die Parapsychologie, wenn die Angreifer*innen ohne Wissen und Kenntnis von Astrologie oder Parapsychologie argumentieren. Feyerabend verteidigt damit eben nicht die vermeintlichen Pseudowissenschaften. Mythen, Märchen oder okkulte Riten können für Feyerabend vielmehr sowohl Anstoß für wissenschaftliche Entdeckungen sein, als auch – sozusagen – die Nagelprobe für das Rationale wissenschaftlichen Forschens bereitstellen.