Die Vernichtung der Vielfalt
摘要
„Wie kannMedien es geschehen, dass Sichtweisen, die den Reichtum verringern und die menschliche Existenz ihres Wertes berauben, so mächtig werden?“. Mit dieser Frage hat Paul Feyerabend bis zu seinem Lebensende gerungen. 1999 erschien posthum Feyerabends bis dato unveröffentlichtes Werk „Conquest of Abundance. A Tale of Abstraction versus the Richness of Being“. Die deutsche Übersetzung trägt den Titel „Die Vernichtung der Vielfalt. Ein Bericht“. Grazia Borrini-Feyerabend schreibt im Vorwort zur deutschen Ausgabe, dass Paul Feyerabend im Buch einige besondere Augenblicke in der Entwicklung der westlichen Kultur nacherzähle, Zeitspannen, in denen komplexe Weltanschauungen mit ihren übervollen Deutungen von Realität einigen wenigen, abstrakten Begriffen und stereotypen Darstellungen weichen mussten. Das „Aufkommen des Rationalismus“, seine Vorteile, Verwandlungen und Verzerrungen möchte Feyerabend verstehen. So analysiert Feyerabend die Sprache in den Homerischen Epen, den Rationalismus des XenophanesXenophanes, die logische Begründung über die Erhaltung des Seienden bei ParmenidesParmenides und dessen Einfluss auf die moderne Physik. Seine Fallbeispiele bettet er ein in die jeweiligen kulturellen, politischen und technologischen Kontexte der Zeit und verweist so auf die Mehrdeutigkeit des vermeintlichen Fortschritts in Philosophie, Wissenschaft und Kunst. Menschen bilden die Welt nicht einfach mittels abstrakter Begriffe ab, sie verändern auch die Welt und ihre kategorialen Interpretationen.