Rassismus formt Stadt. Kulturalistische Diskurse und die Verteilung von Geflüchtetenunterkünften im städtischen Raum
摘要
Der Beitrag befasst sich mit den öffentlichen Debatten und Protesten in Bezug zur Verteilung von Unterkünften für Geflüchtete in Hamburg. Die in diesen Debatten und Protesten artikulierte Furcht vor einer ‚zu hohen‘ Konzentration von Geflüchteten in Wohngebieten führte zu einer Reaktualisierung des Ghetto-Begriffs. Der Beitrag geht der Frage nach, inwiefern dieser Begriff auf rassistischen und kulturalistischen Annahmen beruht. Als Lösung zur Vermeidung sogenannter Ghettoisierungsprozesse beziehungsweise ethnischer Segregation wird im stadtentwicklungspolitischen Kontext häufig das Konzept der sozialen Durchmischung herangezogen. Inwiefern dieses aber ebenfalls auf kulturalistische Wissensbestände im Zusammenhang mit Ethnizität zurückgreift, wird im Beitrag aufgezeigt. Abschließend wird der Frage nachgegangen, ob die in den Bürgerverträgen festgehaltene und zwischen den Protestinitiativen und dem Senat der Stadt Hamburg ausgehandelte räumliche Verteilung von Geflüchteten im Hamburger Stadtgebiet als Folge (kultur-)rassistischer Diskurse betrachtet werden kann.