Be*hindernde Räume. Von Barrieren und ihrer (Un-)Überwindbarkeit
摘要
Be*Hinderung (als Forschende mit und ohne Migrations- sowie Be*Hinderungserfahrung wollen wir, informiert durch unsere Forschungsprojekte an der Schnittstelle Flucht*Migration und Be*Hinderung, diese Verschränkungen und ihre Wirkungen sichtbar machen. Die von uns ausgewählte Bezeichnung Be*Hinderung sowie Flucht*Migration soll die Konstruiertheit beider Kategorien auch in ihren Schreibweisen verdeutlichen (Mehring et al. 2022, S. 2012).) kann als komplexe Wechselwirkung zwischen Beeinträchtigung und einstellungs-, beziehungsweise umweltbedingten Faktoren verstanden werden. Solche Faktoren können als Barrieren, Unterstützungsangebote oder Teilhabemöglichkeiten auftreten. Die Analyse solcher Faktoren erlaubt, auch im Kontext Flucht*Migration und Asyl zu hinterfragen, durch wen oder was Menschen be*hindert werden, in welchen Räumen Teilhabe ermöglicht und in welchen Teilhabe erschwert bis verunmöglicht wird. Dazu werden spezifische institutionelle, wie auch physisch-materielle Raumdimensionen beleuchtet und auf ihre Barrierehaftigkeit hin befragt. Deutlich werden starke Exklusionsmechanismen sowohl entlang rechtlicher Regelungen als auch baulicher Strukturen, die konträr zu sonstigen Inklusionsbemühungen im Kontext von Behinderung verlaufen. Darüber hinaus sind soziale Ausschlüsse zu identifizieren, die zur Unsichtbarkeit geflüchteter Menschen mit Be*Hinderungen beitragen. Dabei werden in einer individualisierenden Logik be*hinderte Geflüchtete oftmals einseitig als ‚besonders Schutzbedürftige‘ wahrgenommen. So werden historisch gewachsene Narrative bedürftiger be*hinderter Menschen wieder aufgerufen und den so bezeichneten Menschen ihre Handlungsfähigkeit abgesprochen, während der Verweis auf systemisch verankerte Barrieren ausbleibt. Notwendig wäre allerdings eine Demaskierung des grundlegenden Exklusionscharakters flucht*migrationspolitischer (Raum-)Ordnungen.