(Nicht-)Wohnen in der öffentlich-rechtlichen Unterbringung. Ein Einblick in die Unterbringungsforschung
摘要
Viele Geflüchtete in Deutschland leben nicht in regulären Wohnungen, sondern in öffentlich-rechtlichen Unterkünften. Diese bieten Schlafplätze, Verpflegung sowie soziale Betreuung und erfüllen so eine Versorgungsfunktion. Andererseits funktioniert das Unterbringungssystem als Steuerungsinstrument, um Zuwanderung zu verwalten und zu kontrollieren. In diesem Spannungsfeld versuchen Geflüchtete eigene (Wohn-)Bedürfnisse durch Aneignungspraxen zu realisieren. Dies führt zur Strukturierung der öffentlich-rechtlichen Unterbringung als Raum des (Nicht-)Wohnens. Der Beitrag gibt einen Einblick in bestehende Zugänge der Unterbringungsforschung und argumentiert, dass sich der Begriff des (Nicht-)Wohnen als gemeinsamer begrifflicher Horizont für wissenschaftliche Analyse und interdisziplinären Dialog eignet. Am Beispiel konkreter Auseinandersetzungen in Unterbringungen im Kontext von Abschiebung und Zimmerkontrollen wird anschließend aufgezeigt wie (Nicht-)Wohnen in der öffentlich-rechtlichen Unterbringung ausgehandelt wird. Eine abschließende Betrachtung des (Nicht-)Wohnens aus der Perspektive raumsensibler FluchtMigrationsforschung rundet den Beitrag ab.