Rolle der Lernmilieus und Lernvoraussetzungen für die Interaktionsqualität im sprachbildenden Mathematikunterricht
摘要
Größere Leistungszuwächse in privilegierten Schulen werden in der Literatur durch drei Effekte erklärt: (a) Voraussetzungs-Effekte, (b) institutionelle Effekte und (c) Kompositions-Effekte. Für die Umsetzung des regulären Mathematikunterrichts weisen Studien bereits darauf hin, dass die drei Effekte mit der Qualität der Aktivierung beziehungsweise Partizipation der Lernenden verbunden sind. Übergreifend kann die durch die empirischen Ergebnisse die Annahme bestätigt werden, dass Schulerfolgs-Kontext und Risiko-Kontext in dieser Videostudie zwei unterschiedliche Lernmilieus auf der Mikro-Ebene der Kleingruppenförderung darstellen. Des Weiteren bleiben die Lernmilieus auch unter Berücksichtigung der heterogenen Lernvoraussetzungen der stärkste Prädiktor für die Qualität der Partizipation und die Qualität der Aktivierung. Wider Erwarten verschwindet der Einfluss der Lernmilieus nicht, während die Lernvoraussetzungen allenfalls zusätzliche Vorhersagekraft besitzen. In dieser Studie spielen die Lernmilieus also eine besonders wichtige Rolle für die Umsetzung von Interaktionsqualität, eine größere als die Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler.