Individuen und Außenpolitik
摘要
Dieses Kapitel vollzieht im Kontrast zu den drei vorangehenden einen radikalen Perspektivenwechsel von der systemischen auf die subsystemische Ebene, indem die kleinstmögliche Einheit der Analyse von Außenpolitik, die Ebene des Individuums, ins Zentrum rückt – mithin also die unmittelbare Nähe derjenigen gesucht wird, die in der alltäglichen Wahrnehmung Außenpolitik „machen“. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Rolle Individuen in der Außenpolitik (Deutschlands) spielen. Zunächst werden einige theoretische Überlegungen darüber angestellt, welche Rolle Individuen in der Außenpolitik in der traditionellen Forschung zugewiesen wurde, inwiefern man in der jüngeren Zeit von einer Renaissance der individuellen Analyseebene sprechen kann und welche erkenntnistheoretischen Implikationen damit einhergehen, wenn man sich eingehender wissenschaftlich mit Individuen befassen will. Im Illustrationsteil wird die Rolle einiger (im positiven wie negativen Sinn) herausragender Individuen in der Geschichte deutscher Außenpolitik diskutiert: Adolf Hitler, Bismarck und Wilhelm II, aber auch einige Bundeskanzler der Nachkriegszeit. Dabei wird deutlich werden, dass sich die Geschichte Deutschlands (wie auch Europas) an mehreren Weggabelungen anders entwickelt hätte, wenn nicht genau diese Individuen zu jener Zeit für die deutsche Außenpolitik verantwortlich gewesen wären.