Evolutionäre Spieltheorie
摘要
Die Spieltheorie analysiert strategische Interaktionen, die grundlegend in allen Sozialwissenschaften sind. Dabei wird von zielorientiert handelnden Akteuren ausgegangen wie Personen oder Organisationen, die bestimmte Rationalitätsanforderungen erfüllen. In der evolutionären Spieltheorie sind diese restriktiven Annahmen verzichtbar. Die evolutionäre Spieltheorie ist dabei keineswegs nur für die Biologie, sondern auch für die Sozialwissenschaften von Bedeutung. Zwar geht es dort nicht im biologischen Sinne um Vererbung, wohl aber um kulturelle und soziale Evolution. Soziale Normen und Institutionen, Verhaltensweisen, kulturelle Muster, sprachliche Idiome, Organisationsstrukturen, technische Innovationen und Ideen können sich durch Lernen und Nachahmung ausbreiten. Bei der Imitation können „Fehler“ oder Mutationen auftreten. Erfolgreiche Strategien (z. B. eine soziale Norm oder Institution) werden häufiger imitiert, während erfolglose Strategien verschwinden. Der dynamische Prozess mündet eventuell in einem Gleichgewicht, das mit Mitteln der evolutionären Spieltheorie analysiert werden kann. Dabei spielt der Begriff des „evolutionär stabilen Gleichgewichts“ oder ESS eine Schlüsselrolle. In diesem Beitrag werden einige Grundzüge der Analyse von Gleichgewichten evolutionärer Spieltheorie skizziert.