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Der mögliche Beitrag genetisch informierter Untersuchungen zur Erklärung und Interpretation sozialer Ungleichheiten

  • Martin Diewald,
  • Bastian Mönkediek

摘要

Während die Anzahl genetisch informierter Untersuchungen in den Sozialwissenschaften stetig zunimmt, ist die Wahrnehmung dieser Forschung, insbesondere in der Soziologie, weiterhin kontrovers. In diesem Beitrag versuchen wir eine Brücke zwischen genetisch informierten Designs auf der einen und soziologischen Theorien auf der anderen Seite zu schlagen. Um den potenziellen Beitrag, den die genetisch informierte Forschung für sozialwissenschaftliche Erkenntnisfragen und Erklärungen leisten kann, exemplarisch aufzuzeigen, fokussieren wir auf das Feld der Ungleichheitsforschung. Hier widmen wir uns nicht nur der Frage, wie sich genetisch informierte Studien, und insbesondere die Parameter der Analysen, mit etablierten soziologischen Theorien und Konzepten der Ungleichheitsforschung in Verbindung bringen lassen. Darüber hinaus reflektieren wir, wie sich Unterschiede in der Bedeutung genetischer Variation zwischen Gruppen vor dem Hintergrund ethischer Überlegungen zur Chancengleichheit interpretieren lassen. Nicht nur vor dem Hintergrund möglicher Erkenntnisgewinne erscheint insbesondere für die soziologische Ungleichheitsforschung, aber auch generell für die Soziologie, eine stärkere Beschäftigung mit der Rolle der Gene relevant. Angesichts der weitreichenden Forschungen außerhalb der Soziologie und der zunehmenden Nutzung individueller molekulargenetischer Profile ist eine weitere Beschäftigung mit der Bedeutung und Interpretation genetischer Einflüsse für die Genese von Lebenschancen essenziell.