错误:搜索内容不能为空,请输入英文关键词
错误:关键词超出字数限制,请精简
高级检索

Nischenkonstruktion im Anthropozän

  • Christoph Antweiler

摘要

Wir Menschen werden in Umgebungen hineingeboren, die nicht nur von unseren Zeitgenossen, sondern maßgeblich von unseren Ahnen geprägt wurden. Diese Umweltprägungen gehen großenteils auf Verhalten zurück, dass selbst durch nichtgenetische Informationsweitergabe geprägt ist. Heutzutage gibt es fast keine Lebensräume auf dem Planeten, die nicht stark anthropogen mit geformt sind. Das Konzept des Anthropozäns betont die umfassende und dauerhafte Formung der Geosphäre inklusive der Biosphäre durch den Menschen. Die anthropogene Prägung reicht nicht nur quantitativ räumlich und zeitlich weit, sondern verändert die Dynamik des Erdsystems und seiner Stoff- und Energiekreisläufe qualitativ. Das evolutionär gesehen Neue daran ist, dass zum ersten Mal eine einzige Spezies solche Wirkungen hat und zweitens, dass dies aufgrund kultureller Fähigkeiten geschieht. Ich argumentiere, dass das Anthropozän geeignet ist, zentrale Einsichten einer evolutionären Sozialwissenschaft in einer analytisch fundierten Synthese zusammenzubringen. In diachroner Hinsicht motiviert das Konzept des Anthropozäns, Naturgeschichte und Kulturgeschichte zusammen zu denken. Modelle sozialer Evolution als langfristiger Geschichte von Gesellschaften müssten mit Modellen der Naturgeschichte in Form von Koevolutionstheorien verwoben werden. Insbesondere Konzepte zur Nischenbildung (niche construction) können hierzu einen wichtigen synthetisierenden wie auch differenzierenden Beitrag liefern. Die These des Beitrags ist, dass das Konzept des Anthropozäns anhand einer Megamakrokrise zentrale Einsichten in grundlegende Mechanismen von Nischenbildung und Koevolution menschlicher Kollektive auf den Punkt bringt. (Ich danke den Herausgebern für sehr gute Verbesserungsvorschläge und Oliver Schlaudt für sein anregendes Feedback zu einer früheren Version der Auflistung der Desiderata am Schluss. Die Rechte an sämtlichen Fehlern verbleiben allein beim Autor).