Die Evolution des sozialen Gehirns zwischen Prosozialität und ethnisch-kulturellen Grenzziehungen
摘要
In diesem Beitrag wird die Ambivalenz des sozialen Gehirns des Menschen anhand von theoretischen und empirischen Argumenten aus der evolutionären Anthropologie und Psychologie herausgearbeitet. Das soziale Gehirn hat sich über die Ausdifferenzierung sowohl der Emotionen als auch der Fähigkeit zum Mentalisieren entwickelt. Mit der sich selbst verstärkenden kulturellen Dynamik wurden im Zuge der Evolution Marker des Vertrauens und der Gruppenzugehörigkeit wichtig für die Kooperation. Folge ist eine Koalitionspsychologie, die Kooperation innerhalb der Gruppe erklärt, aber in Verbindung mit der Dehumanisierung ebenso die Ablehnung von Fremdgruppen. Die Ambivalenz des sozialen Gehirns besteht folglich darin, dass die Prosozialität innerhalb der Eigengruppe aus demselben evolutionären Mechanismus resultierte wie die ethnisch-kulturellen Grenzziehungen zwischen Gruppen, nämlich der kulturellen Gruppenselektion als eine Komponente der Mehrebenenselektion.