Ausgewählte rechtssoziologische Erkenntnisse zu vorherrschenden Herausforderungen mit „dem Islam“ und dem islamischen Religionsunterricht der IGGÖ an Mittelschulen
摘要
Mit einem rechtssoziologischen und politikwissenschaftlichen Blick wird in diesem Beitrag die Beziehung zwischen dem Staat und der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) in der Schule beleuchtet. Der Blick konzentriert sich in erster Linie auf die rechtlichen Rahmenbedingungen und die soziale Wirklichkeit des Islam und des Religionsunterrichts der IGGÖ in Wiener Mittelschulen sowie auf die verschiedenen involvierten Akteur*innen, insbesondere muslimische Schüler*innen und Eltern, Religionslehrer*innen und Fachinspektor*innen der IGGÖ sowie Schuldirektor*innen, Bildungsdirektionen und das Bildungsministerium. Im Rahmen einer qualitativen Sozialforschung wurden sieben (Schul-)Autoritäten der IGGÖ als ‚Vertreter*innen des Islam‘ und sechs Wiener Mittelschuldirektor*innen als ‚staatliche Vertreter*innen‘ interviewt. Erhoben wurden die rechtlichen, politischen, gesellschaftlichen und religionsgesellschaftlichen Einflussfaktoren auf die allgemeine Beziehung zwischen dem Staat und dem Islam bzw. der IGGÖ (und den Muslim*innen) ebenso wie die Spannungen und Konflikte in der schulpolitischen, -bürokratischen, -organisatorischen, individuellen und korporativen Beziehungsdimension. Im Gegensatz zu meiner Dissertation (Kramer, Ein Österreichischer Islam für Schulen? Rechtssoziologische Erkenntnisse zum Islam und Islamischen Religionsunterricht in Wiener Mittelschulen. Springer VS, 2024) werden in diesem Beitrag nur ausgewählte Spannungsfelder wiedergegeben. Diese betreffen etwa die Einbeziehung von Fachinspektor*innen für Religion in die Bildungsdirektionen, die Schwierigkeiten in der Organisation des Religionsunterrichts und dessen Grenzen in der Vermittlung der islamischen Lehre entlang der staatsbürgerlichen Erziehung sowie das (religiöse) Verhalten muslimischer Schüler*innen und Eltern in der Schule.